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Geschrieben von Stefan am 31. August 2012, 09:17:07
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2. August 2012:
Da sitze ich jetzt auf der Uro-Ambulanz und warte. Überall hängen so traurige Broschüren rum. Krebshilfe, Arbeit und Krebs, Krebs und Sex, Der kehlkopfoperierte Patient (?!). Dann schon nach einer halben Stunde komm ich dran. Erzähl dem Arzt die Geschichte, das alte Spiel: Hose runter (diesmal ist auch eine Schwester dabei, aber die ist eh alt und schiach), Ultraschall, inhomogenes Gewebe (weiß ich schon), man kann nicht sagen warum (weiß ich auch), am 5. (Sonntag) soll ich auf die Station kommen, am 6. (Montag) werd ich operiert, kleiner Schnitt in der Leistengegend, der Hoden wird freigelegt, Gewebe entnommen, ein Schnellbefund vom Pathologen, wenn Tumor, kommt der Hoden gleich in der selben Narkose weg, wenn kein Tumor, kann er bleiben. Jetzt noch husch, husch Blut abnehmen und ein Lungenröntgen und dann bis Sonntag, noch Fragen? Ähm, ja, nein, also, … wann kann ich dann wieder nach Hause? Wahrscheinlich am Mittwoch. Alles fühlt sich ein bisschen taub und unwirklich an. Zu Hause fallen mir doch noch ein paar Fragen ein. Beim netten Arzt hat das nämlich noch anders geklungen. Den ruf ich jetzt mal an. OP ist totale Routine, kaum Risiken, weil sonst bin ich ja ganz gesund, wird sehr oft gemacht, alles Okay. Fein, also keine Sorgen machen. Nur den Urlaub stornieren, der am Sonntag begonnen hätte und halt warten und den 3 Kindern erklären, dass der Papa am Sonntag ins KH muss. Aber was wenn es doch ein Tumor ist? Wozu gibt’s das Internet? … Uh, schwerer Fehler, da steht: selten (7 von 100.000 Männern), aber wenn dann im Alter zwischen 20 und 40, und gefährlich, aggressiv, breitet sich schnell aus, muss früh erkannt werden, dann gut behandelbar, unbehandelt immer tödlich. So jetzt hab ich wirklich Angst. Vielleicht sagen die Ärzte ja nur, dass sie nichts eindeutiges sagen können, weil es sowieso bald mit mir vorbei ist und das wollen sie halt so nicht sagen. Warum sonst hätte der gschwinde Arzt mich sonst gleich auf die OP-Liste gesetzt? Und warum sonst gibt mir der nette Arzt seine private Nummer, damit ich ihn im Urlaub erreiche? Meine Frau sagt, ich soll mich nicht verrückt machen und bei der OP nicht abkratzen und die sollen das blöde Ding gleich wegschneiden, Tumor oder nicht, wer braucht schon so einen depperten Hoden? Den anderen sollen sie aber drin lassen, weil vielleicht wollen wir ja noch zwei Kinder. Okay, also bei der OP werd ich nicht abkratzen, das haben wir ja schon geklärt und wenn es ein Tumor ist, werden die ihn halt wegmachen, weil ich hab ja noch nicht einmal Schmerzen gehabt und bin nur wegen so einem komischen Gefühl zur Untersuchung hin, das kann, wenn überhaupt ja nur ein Frühstadium sein.

3. August 2012:
Verdammt, die Welt ist voller Eiern, Glocken, Kronjuwelen, Nüssen und Bällen. Ich tue ja mein Bestes, um mich abzulenken, aber man wird einfach dauernd darauf gestoßen. Heute hab ich noch einen Nachtdienst. Als Psychologe kommt man wenigstens nicht auf die Idee, dass man der einzige ist, dem es Scheiße geht.

4. August 2012:
So ich bin müde vom Nachtdienst, die Szenen und Gespräche mit PatientInnen gehen noch im Kopf rum, das lenkt schon ein bisschen ab. Die Kinder (6, 4 und 2 Jahre) haben noch ein paar Fragen: Warum ist die Kugel kaputt? Keine Ahnung, das weiß man nicht so genau. Wann kommst du wieder nach Hause? Nur 3 mal schlafen. Was machen die mit der Kugel? Die müssen schauen, wie kaputt sie ist. Wenn sie ganz kaputt ist, machen sie sie weg. Wenn sie nur ein bisschen kaputt ist, lassen sie sie drin.
Echt schiach ist diese Scheiß-Ungewissheit. Ich kann mich auf nichts einstellen. Ich pendle hin und her zwischen, es wird eh nix sein und der Angst vor … ans Sterben mag ich nicht so richtig denken. Der Gedanke reißt mir den Arsch auf, zieht mir kalt durch die Knochen und lässt mich einsam, gelähmt und leer zurück. Und Gott ist leider auch nicht wirklich eine Hilfe, weil ich halt einfach nicht an ihn glaube.
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